Der verrückte Michel :-)


Viele Jahre rede ich schon mit Menschen, die Fachleute in den unterschiedlichsten Gebieten sind, immer wieder darüber, wie eine moderne Hundezucht, die nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaften handelt, arbeiten müsste. Zu keiner Zeit hatte ich in Erwägung gezogen selbst als Züchter für Hunde tätig zu werden. Ich bin ein einigemaßen erfolgreicher, selstständiger Maschinenbauer mit einer 70 - 80 Stundenwoche und damit sehr glücklich.    

Glücklich............Photo by Axel Schön

Wir bekamen nach dem unser lieber Goldie Stanley gestorben war mit viel Aufwand wie auf Jaspers Seiten beschrieben einen Toller. Gewissenhaft handelnd beschäftigten wir uns mit den Stärken und Schwächen dieser Rasse, mit Ihren Vorteilen, mit Ihren Nachteilen und da, wie wir ja alle wissen, es ja kaum noch Rassen gibt die ganz gesund sind, ausgiebig mit deren Gesundheit. Zu unserem grossen Schreck stellten wir fest, dass die Rasse der Toller von der wir es eigentlich überhaupt nicht erwartet hatten, gesundheitlich ziemlich angeschlagen ist. Hier jemandem die Schuld zuzuweisen wäre müssig und führt zu nichts. Also machten wir Bestandsaufnahme und für mich war klar, dass ich etwas für den makellosen Fortbestand  und die Wiederherstellung der Gesundheit dieser Rasse tun will.

Michel, ein Smart-Toller wie wir Ihn uns gewünscht haben. Er trägt die Farben eines cremefarbenen Goldies die körperliche Entwicklung spricht (hier ist er 7 Wochen alt) absolut für einen Toller. Das ist es was wir als Basis haben wollten. Das ist es, was allen genetischen Regeln nach, zu recht erwarten konnten. Photo by Christina Krüger

Nach einigen Gesprächen mit befreundeten Fachleuten war uns klar, dass die Lösung Cross-Breed heissen wird. Wir stiessen im weiteren Verlauf unserer Aktionen auf bereits in diesem Bereich arbeitende Züchter und Halter von Hunden deren Eltern Toller & Golden sind oder auch Toller & Australian Shepherd. Die Mischung Toller x Labrador Retriever sagte uns wegen des vorwiegend kurzen Fells nicht so zu, aber auch hier, sind wie bei den zwei vorgenannten Einkreuzungen, die meisten Hunde der F1-Generation sehr gesund. Und genau mit dieser F1-Generation begannen wir, wie alle Züchter die verantwortungsvoll handeln unter Aufsicht der verschiedensten Fachleute. Nur zu schnell war klar, dass wir als einzelner Züchter niemals gesund über die F2-Generation hinaus kommen würden,ohne Zuchtverfahren anzuwenden die früher oder später wieder zu von uns völlig abgelehnten Zuchtverfahren führen. Um dieses Ziel zu erreichen sind zuviele Zuchtlinien notwendig. Also, woher die für diese Zucht notwendigen Hunde nehmen??? 

Photo by Katharina Hödel Photographie

Patchwork heisst die von uns favoritisierte Lösung. So leben heute die an einem gemeinsamen Zuchtprojekt beteiligten Hunde in den unterschiedlichsten Zuchtstätten und Privathaushalten. Auch Michel der wilde Watz entstand in einer diesem Patchwork entsprungenen Verpaarung zweier ,und hier bin ich bestimmt nicht objektiv, wunderschöner Hunde. Einer agilen, sehr klugen und gelehrigen wie präzise und vertrauensvoll arbeitenden Mutter und einem Vater der seit vielen Jahren ein Rudel in verschiedenster Zusammensetzung aber immer aus mindestens 8 Hunden bestehend, leitet und in seiner Führungsposition durch seine ruhige und nicht diskutierbare Kompetenz unangefochten ist. Es entsteht auch durch junge und mit Ihm lebende Hunde nie auch nur der geringste Zweifel, wer hier der Herr im Hause ist.

Photo by Katharina Hödel Photographie

Es zeigt sich, dass Michel vieles von beiden Elternteilen geerbt hat. Sowohl das Exterieur als auch die Arbeitsanlagen und den Willen zu führen hat er in die Wiege gelegt bekommen. Das macht die Anleitung dieses Hundes nicht sehr leicht und ich habe mit Ihm viel Arbeit wenn ich möchte, dass er Abends mit einem zufriedenen Lächeln einschläft. Ich bin begeistert davon was so ein kleiner Zwerg uns abverlangen kann. Ich bin Ihm schon jetzt dankbar dafür dass er dem wunderbaren Jasper, meiner immer noch größten Hundeliebe, Fähigkeiten und kreatives Handeln entlockt was ich in dieser Ausgeprägtheit bei Jasper nicht erwartet hätte. Und das Schöne an alldem ist, dass jegliche Komunikation zwischen Hund und Hund und Hund und Mensch in aller Ruhe von statten geht. Hier liegt also die Lösung für unser Miteinander. Die Ruhe die uns erstrebenswert schien, die wir nie als besonders erachtet haben, die an uns aber oft schon bemerkt wurde und die wir bei "großen" Hundemenschen immer selbst sehr bewundert haben, ist uns nun im Umgang miteinander zu eigen geworden, ohne dass wir es gemerkt hätten, sondern einzig und alleine aus dem Grunde, dass wir sind was wir sind; Eine Gruppe sich respektierender Lebewesen in der sich keines über das andere stellt und ein jeder zum Wohle der Gemeinschaft handelt.

Photo by Katharina Hödel Photographie