Der Toller als langlebender Freund an unserer Seite der Familie




Der verrückte Michel :-)

Viele Jahre rede ich schon mit Menschen, die Fachleute in den unterschiedlichsten kynologisch verknüpften Gebieten sind, immer wieder darüber, wie eine moderne Hundezucht, die nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaften handelt, arbeiten müsste. Zu keiner Zeit hatte ich auch nur annähernd in Erwägung gezogen selbst als Züchter für Hunde tätig zu werden. Ich bin ein einigermaßen erfolgreicher, selstständiger Maschinenbauer mit einer 70 - 80 Stundenwoche und damit sehr, sehr glücklich.  Dennoch hat mir nicht gefallen, was ich mit meinem wenigen Wissen über Genpools, Zucht, vererbliche Krankheiten,vermeintliche Anlagen die allen Tollern übergestülpt werden und auch der teilweise Umgang mit den Zuchttieren und die Rücksichtslosigkeit, erfahren und ausserhalb unserer kleinen Hundehalterwelt beobachten musste. Ich dachte und dazu braucht man wirklich nur ein wenig gesunden Menschenverstand, dass ein wenig mehr Sorgfalt und vlt. auch ein paar neue Ideen einer Rasse die noch so jung ist und über deren Entstehung man nicht wirklich hndertprozentig Bescheid weiss, ausser, dass ein cleverer Geschäftsman Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts begann diese kleinen roten Hunde zu produzieren und zu vermarkten. Damals sprach man noch nicht von Inzuchtfaktoren oder gar genetischen Erkrankungen. Um den Genpool auf gesunde Beine zu stellen, so dachte nicht nur ich, muß man größte Sorgfalt walten lassen und eventuell neues und für die Rasse frisches Blut einkreuzen. Ich begann mich mehr und mehr zu interessieren.   

Glücklich............Photo by Axel Schön

Wir bekamen nach dem unser lieber Golden Retriever Stanley gestorben war mit minimalem Aufwand, wie auf Jaspers Seite beschrieben ist, einen Toller.  Ja, wirklich es war ganz einfach. Was richtig ist, geht eben ganz leicht. Aus unserer Sicht sorgfältig und gewissenhaft handelnd beschäftigten wir uns mit den Stärken und Schwächen der Rasse der Toller, mit Ihren Stärken, mit Ihren Schwächen und da, wie wir ja alle wissen, es ja keine  Rassen mehr gibt, die ganz gesund sind, ausgiebig mit deren Gesundheit und genetischen Entsprechungen. Zu unserem großen Schreck stellten wir fest, dass die Rasse der Toller, von der wir als normale Hundehalter es eigentlich überhaupt nicht erwartet hatten, gesundheitlich ziemlich angeschlagen ist. Hier jemandem die Schuld zuzuweisen wäre müßig und führt zu nichts. Also machten wir Bestandsaufnahme und für mich war klar, dass ich etwas für den makellosen Fortbestand  und die Wiederherstellung der Gesundheit dieser Rasse tun will. Ich wollte alles wissen. Vor allem war für mich von größtem Interesse, wieviel Gesundheit ist mit dem bestehenden Erbgut wiederherzustellen? Ich wollte alles wissen.

Michel, ein Smart-Toller wie wir Ihn uns gewünscht haben. Er trägt die Farben eines cremefarbenen Goldies die körperliche Entwicklung spricht (hier ist er 7 Wochen alt) absolut für einen Toller. Das ist es was wir als Basis haben wollten. Das ist es, was allen genetischen Regeln nach, zu recht erwarten konnten. Photo by Christina Krüger

Nach einigen Gesprächen mit befreundeten Fach leuten wurde uns klar, dass die Lösung Cross-Breeding, speziel Auszucht heissen wird. Wir stießen im weiteren Verlauf unserer Aktionen auf bereits in diesem Bereich arbeitende Züchter und Halter von Hunden deren Eltern Toller & Golden sind oder auch Toller & Australian Shepherd. Die Mischung Toller x Labrador Retriever sagte uns im Nachhinein ebenfalls sehr zu, aber auch hier, sind wie bei den zwei vorgenannten Einkreuzungen, die meisten Hunde der F1-Generation sehr gesund. Und genau mit dieser F1-Generation begannen wir, wie alle Züchter die verantwortungsvoll handeln unter Aufsicht der verschiedensten Fachleute. Nur zu schnell war klar, dass wir als einzelner Züchter niemals gesund über die F2-Generation hinaus kommen würden, ohne Zuchtverfahren anzuwenden, die früher oder später wieder zu von uns völlig abgelehnten Verfahrensweisen führen mussten. Um unser Ziel jedoch trotzdem zu erreichen sind viele Zuchtlinien notwendig. Also, woher die für diese Zucht notwendigen Hunde nehmen??


Patchwork heisst die von uns favoritisierte Lösung. So leben heute die an einem gemeinsamen Zuchtprojekt beteiligten Hunde in den unterschiedlichsten Zuchtstätten und Privathaushalten. Auch Michel, der wilde Watz, entstand in einer diesem Patchwork entsprungenen Verpaarung zweier ,und hier bin ich bestimmt nicht objektiv, wunderschöner Hunde. Einer agilen, sehr klugen und gelehrigen wie präzise und vertrauensvoll arbeitenden Mutter und einem Vater der seit vielen Jahren ein Rudel in verschiedenster Zusammensetzung aber immer aus mindestens 8 Hunden bestehend, leitet und in seiner Führungsposition durch seine ruhige und nicht diskutierbare Kompetenz unangefochten war, bis er einfach mit 15 Jahren zu alt für den Job war.. Es entstandt auch durch junge und mit Ihm lebende Hunde nie auch nur der geringste Zweifel, wer hier der Herr im Hause ist. Heute wissen wir, dass Michel viel von Ihm gelernt viel von ihm geerbt. Michel hat heute wunderbare Anlagen die ein Rudelführer benötigt.Er ist sehrwohl in der Lage ein Rudel ohne Probleme mit seiner Kompetenz, zu führen und unzweifelhafte Anweisungen zu geben und diese auch auf Dauer durchzusetzen. Ebenso ist er aber in hohem Maße fürsorglich und insbesondere zu Welpen liebevoll und sanft im Umgang mit ihnen.

Es zeigt sich, dass Michel vieles von seinen beiden Elternteilen gelernt hat, während er in seiner frühen Jugend mit Ihnen lebte. Sowohl das Exterieur als auch die Arbeitsanlagen und den Willen zu führen hat er in die Wiege gelegt bekommen und bereits im Mutterleib begonnen zu lernen.. Das macht die Anleitung dieses Hundes nicht leicht und ich hatte mit Ihm viel Arbeit, wenn ich möchte, dass er Abends mit einem zufriedenen Lächeln einschläft. Ich bin begeistert davon, was so ein kleiner Zwerg uns abverlangen kann. Ich bin Ihm dankbar dafür dass er dem wunderbaren Jasper, meiner immer noch größten Hundeliebe, Fähigkeiten und kreatives Handeln entlockt, was ich in dieser Ausgeprägtheit bei Jasper nicht erwartet hätte. Und das Schöne an alldem ist, dass jegliche Komunikation zwischen Hund und Hund und Hund und Mensch in aller Ruhe und lautlos von statten geht. Hier liegt also die Lösung für unser Miteinander. Die Ruhe die uns erstrebenswert schien, die wir nie als besonders erachtet haben, die an uns aber oft schon bemerkt wurde und die wir bei "großen" Hundemenschen immer selbst sehr bewundert haben, ist uns nun im Umgang miteinander zu eigen geworden, ohne dass wir es gemerkt hätten, sondern einzig und alleine aus dem Grunde, dass wir sind was wir sind; Eine Gruppe sich respektierender Lebewesen in der sich keines über das andere stellt und ein jeder zum Wohle der Gemeinschaft handelt.